Nichts ist bei einem Herzinfarkt so wichtig wie ein rascher Eingriff der Notfallmedizin. Herz- Kreislauferkrankungen stellen noch immer die Todesursache Nr. 1 für Frauen und Männer in unserem Land – wie auch im restlichen Europa – dar. Von den rund 1.300 Herzinfarkten pro Jahr in Südtirol verlaufen über die Hälfte tödlich. Für eine lebensrettende Behandlung ist wichtig, wie wir einen möglichen Herzinfarkt erkennen können und was wir sofort tun sollen.

Die Herzinfarkt-Behandlung ist ein Wettlauf mit der Zeit: Denn entscheidend ist, möglichst rasch die verschlossene Herzarterie wieder zu öffnen, um die Schädigung des Herzens nach Möglichkeit gering zu halten und tödliche Folgen zu vermeiden. Die meisten Todesfälle ereignen sich innerhalb der ersten Stunden nach dem Infarkt, und das vor allem, weil viele Betroffene zu spät in ärztliche Behandlung kommen.

Mit ihren kontinuierlichen Sensibilisierungskampagnen weist die Südtiroler Herzstiftung auf die lebensrettende Notwendigkeit der sofortigen Benachrichtigung des Dienstes 112 hin.

Besonders wichtig ist hier zu beachten, dass sich die Frühwarnzeichen bei Frauen und Männern oftmals verschieden äußern.

Vorsorge vor Nachsorge“, es ist nie zu früh, eine gesunde Lebensweise zu unterhalten. Und es ist nie zu spät, auf die eigene Gesundheit zu schauen und die Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauferkrankung möglichst gering zu halten.

Kennst Du die Alarmzeichen eines Herzinfarkts?

  • Schmerzen im Brustkorb Intensiv, länger als fünf Minuten (manchmal strahlt der Schmerz in die Arme, die Schulterblätter, den Hals, den Kiefer und den Bauch aus).
  • Erstickungs- und Engegefühl, Druck und Brennen im Brustkorb, Atemnot.
    Außer den ersten beiden Symptomen:
    – Übelkeit
    – Brechreiz
    – Beklemmung
  • Plötzliche Schwäche (auch ohne Schmerzen), die manchmal zur Bewusstlosigkeit führt.
  • Gesichtsfarbe blass, kalter Schweiß. Nächtliches Erwachen mit Schmerzen im Brustkorb (ein sehr typisches Anzeichen für einen Infarkt).

Achtung!

Bei Frauen können sich andere Symptome zeigen. Häufiger treten auf:

  • Kurzatmigkeit, Atemnot
  • Übelkeit, Bauchschmerzen und Erbrechen
  • Rückenschmerzen oder Unterkieferschmerzen
  • Unerklärliche Erschöpfung

Bei den Frauen erhöht sich das Risiko mit den Wechseljahren, weil die schützende Funktion der weiblichen Hormone sinkt.
Nicht immer zeigt sich ein Infarkt auf die gleiche Weise und oft ist er nicht auffällig. Er kann zu jedem Zeitpunkt des Tages auftreten, auch wenn man ruht.

 

In all diesen Fällen rufen Sie unverzüglich die 112 an!

Der Risikofaktor ist höher bei:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Erhöhten Blutfettwerte
  • Übergewicht
  • Rauchen
  • Keine regelmäßige Bewegung
  • Stress